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Corona-Pandemie: Ortenau Klinikum schließt Vorbereitungen weitgehend ab

Beim Ausbau der Intensiv- und Beatmungskapazitäten ganz vorn in Deutschland/ Covid-19-Patienten können in allen Krankenhäusern des Klinikverbunds versorgt werden

Angesichts der Corona-Pandemie und dem erwarteten Anstieg an Covid-19-Erkrankungen haben die Kliniken in Deutschland die Zahl ihrer Intensivkapazitäten deutlich ausgebaut. Nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) ist die Anzahl der Intensivbetten von 28.000 auf 40.000 gestiegen. Auch das Ortenau Klinikum hat in den vergangenen Wochen auf der Grundlage der bundes- und landespolitischen Entscheidungen große Anstrengungen unternommen, um die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung angesichts der Corona-Pandemie so gut es geht zu gewährleisten und vor allem seine Intensiv- und Beatmungsplätze massiv ausgebaut.

„Ab der kommenden Woche werden wir sieben weitere Beatmungsplätze beim Ortenau Klinikum einrichten können und damit insgesamt 120 dieser für die Behandlung besonders schwerer Krankheitsverläufe notwendigen Plätze zur Verfügung stellen können“, betont Ortenau Klinikum-Geschäftsführer Christian Keller. Vorrangiges Ziel beim Ausbau der Intensivkapazitäten und der Umstrukturierung der Häuser sei der Schutz der Patientinnen und Patienten sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kliniken. Zwar zeichne sich derzeit ab, dass die Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen von Bund und Ländern erste Wirkung zeigten, so Keller. „Dennoch müssen wir auf der Grundlage der aktuellen Zahlen von einer Welle an Covid-19-Erkrankungen gegen Ende April ausgehen. Darauf haben sich alle unsere Krankenhäuser im Klinikverbund mit großer Professionalität und herausragendem Engagement vorbereitet.“ Auch Dr. Peter Kraemer, im Krisenstab des Klinikverbunds verantwortlich für den Bereich Intensivkapazitäten und selbst Notfall- und Intensivmediziner, ist überzeugt: Wir haben derzeit ausreichend Intensivkapazitäten und sehen uns auch für einen Anstieg an Covid-19-Patienten gut gerüstet“.

So haben beispielsweise alle Kliniken in den vergangenen Wochen auch abteilungsferne Ärzte und Pflegekräfte für den Einsatz in Intensivbereichen geschult. Auch wurden die regelmäßigen Hygieneschulungen nochmals intensiviert. An den größeren Häusern wurden den Eingängen vorgelagerte Sichtungsstellen eingerichtet, um Covid-19-Patienten vor Betreten der Häuser zu erkennen. Zur Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie zu Betreuung von Angehörigen wurde ein psychologischer Dienst eingerichtet und die Krankenhausseelsorge personell verstärkt. Zur Koordinierung der einzelnen Maßnahmen der Kliniken arbeiten ein zentraler Krisenstab sowie Krisenstäbe in den einzelnen Häusern eng zusammen. Seit Mitte März gilt für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ortenau Klinikums eine Urlaubssperre.

Darüber hinaus hat das Ortenau Klinikum in Achern eine zweite separate Notaufnahme für Covid-19-Patienten eingerichtet. Ab Mitte März hat die Klinik mit der Einrichtung zweier Isolierstationen begonnen und zwischenzeitlich abgeschlossen. Darüber hinaus wurden eine zweite Intensivstation und ein Intermediate-Care-Bereich als dritte Intensivstation aufgebaut. Am Ortenau Klinikum in Achern stehen damit aktuell 20 Intensivbetten und bis zu 15 Beatmungsplätze zur Verfügung. „Die personelle Ausstattung der aktuell drei Intensivstationen haben wir nur Dank der Unterstützung unserer Kolleginnen und Kollegen aus Oberkirch geschafft“, so Chefarzt Dr. Rüdiger Feik, Ärztlicher Direktor der Klinik. Die Betriebsstelle Oberkirch wurde aus diesem Grund ab 30.März vorübergehend vom Netzt genommen.

Am Ortenau Klinikum in Offenburg Ebertplatz bestehen zwei räumlich getrennte Intensivstationen. Dadurch kann eine Intensivstation primär für die Behandlung intensivpflichtiger, an Covid-19 erkrankter Patienten genutzt werden, während auf der zweiten operativen Intensivstation primär keine an Covid-19 erkrankten Patienten oder Coronaverdachtsfälle aufgenommen werden. Diese Intensivkapazität soll für die Notfall- und Trauma-Versorgung der Bevölkerung aufrechterhalten werden. An der Betriebsstelle St. Josefsklinik werden die deutlich erweiterten Intensiv- und Beatmungskapazitäten, aufgrund des pneumologischen Schwerpunktes optimal geeignet für Covid-19-Patienten, für internistische Patienten genutzt. Die Offenburger Klinikstandorte haben weitere Intensiv-Überwachungseinheiten wie beispielsweise im Aufwachraum Zentral-OP oder im ambulanten OP-Zentrum eingerichtet. 

„Die Möglichkeit, die Patienten mit und ohne Covid-19-Erkrankungen in räumlich getrennten Intensivbereichen behandeln zu können, besteht nicht in jedem unserer Klinikstandorte“, so Dr. Friedrich Afflerbach, Chefarzt der Anästhesie und operativen Intensivmedizin am Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl. „Zudem ist die Erweiterung der Intensivkapazitäten abhängig von den baulichen und technischen Voraussetzungen. Für die Beatmungsgeräte und Monitore müssen bestimmte Voraussetzungen bei der Versorgung mit Medizingasen und für die elektrische Anlage gegeben sein.“ Insgesamt verfügt das Ortenau Klinikum in Offenburg derzeit über bis zu 66 Beatmungsplätze. Darüber hinaus hat die Klinik mehrere Isolierstationen für Patienten mit leichteren Covid-19-Erkrankungen eingerichtet. Die Zentrale Notaufnahme an der Betriebsstelle Ebertplatz wurde zudem um einen Isolierbereich mit zehn Untersuchungs- und Behandlungsplätzen erweitert.

Das Ortenau Klinikum in Kehl hat der Klinikverbund bereits Anfang März in ein breit aufgestelltes Isolierzentrum umgewidmet. Hier werden derzeit ausschließlich Covid-19-Patienten, sowohl mit schweren Erkrankungen als auch leichtere Krankheitsverläufe behandelt. Die interdisziplinäre Intensivstation wurde von ursprünglich sechs Betten und vier Beatmungsplätzen auf derzeit zwölf Intensivbetten aufgerüstet. Bis zu zehn Patienten können hier jetzt parallel beatmet werden. Auf den peripheren Stationen können die Teams aus Ärzten und Pflegekräften darüber hinaus bis zu 70 Patienten mit leichteren Covid-19-Erkrankungen betreuen. „Von den peripheren Stationen konnten wir bereits mehrere Patienten entlassen. Diese müssen jetzt noch eine häusliche Quarantäne einhalten“, berichtet Chefarzt Dr. Rolf Ermerling, der gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen der Inneren Abteilung die Intensivstation betreut. „Auch von der Intensivstation haben wir bereits mehrere Patienten zurück auf die periphere Station, bei deutlicher Besserung der Symptomatik, verlegt.“

Auch im Ortenau Klinikum in Lahr können die Patienten mit und ohne Covid-19 Infektionen getrennt behandelt werden, wodurch eine Notfallversorgung von Patienten jederzeit gewährleistet werden kann. Der ehemalige Aufwachraum wird derzeit als dritte Intensiveinheit mit weiteren zwölf Beatmungsplätzen ausschließlich für Corona-Patienten vorgehalten. Außerdem wurde eine zusätzliche Überwachungsstation für Covid-19-Patienten eingerichtet. Für die Behandlung leichterer Covid-19-Erkrankungen hat die Klinik zwei Isolierstationen geschaffen, die bei Bedarf deutlich erweitert werden können. Das Ortenau Klinikum in Lahr verfügt damit aktuell über 30 Intensivbetten und bis zu 24 Beatmungsplätze. „In wenigen Tagen haben wir unsere Klinik von der Regelversorgung zu einem Covid-Maximalversorger neu strukturiert“, betont Professor Dr. Lothar Tietze, Ärztlicher Direktor der Klinik. Für Kathleen Messer, Pflegedirektorin am Ortenau Klinikum Lahr-Ettenheim, war diese Leistung nur durch eine große abteilungs- und standortübergreifende Solidarität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Betriebsstellen in Lahr und Ettenheim möglich. „Zahlreiche abteilungsferne Ärzte und Pflegekräfte haben sich für den Einsatz auf den Intensivstationen und in den Intensiveinheiten durch zusätzliche Schulungen bestens vorbereitet“, so Messer.

Das Ortenau Klinikum Wolfach hält in seiner Intensivstation sechs Intensivbetten mit bis zu fünf Beatmungsplätzen sowie Erweiterungsmöglichkeiten im Aufwachraum für vier Intensivbetten bereit. Darüber hinaus verfügt das Haus über die Option, bei weiterem Bedarf einen Aufwachbereich für zusätzliche Beatmungsplätze zu nutzen. Die Klinik hat zwei Isolierstationen für Covid-19-Patienten eingerichtet. „Darüber hinaus führen wir auch weiterhin Notfalloperationen für Patienten durch, die nicht an Covid-19 erkrankt sind“, berichtet Verwaltungsdirektorin Kornelia Buntru.